Unterhaltungen im Internet
HörSpiel als Interaktion
von Sabine Breitsameter
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A: Aktion
Reaktion
Partizipation Teilnahme
Interaktion
RUDOLF FRIELING
Dahinter liegt der Begriff von Aktion. Und das ist ein Begriff der sechziger Jahre… Aus der ganzen Happening-Bewegung, dem Fluxus der 60er Jahre ist ein Konzept entstanden, das sich auch damals schon mit interaktiven Prozessen befaßt hat, d.h. mit Prozessen, die im Austausch mit dem Zuschauer oder dem Publikum stattfanden.
DIETER DANIELS
Das Grundmotiv war ein gesellschaftlich Fundiertes. Die technologischen Medien wurden zwar als eine mögliche Verlängerung dieses ideologisch Fundierten ins Auge gefaßt, zB durch John Cage oder Nam June Paik, die ja schon mit elektronischen Technologien gearbeitet haben in den sechziger Jahren.
Diese Relation hat sich, glaube ich, in dem Interaktions-Revival der neunziger Jahre umgekehrt. Daß es nicht mehr Ideologien sind, die sich eine Realisierung durch Technologie wie in den sechziger Jahren suchen: Daß wirklich die Schubkraft und der Stimulus, sich mit mediengeprägter Interaktion auseinanderzusetzen, wieder von der Technologie her kommt. Daß es Technologien gibt, die als gesellschaftliche Faktoren gesehen werden.
ATAU TANAKA
The internet is completely distributed space.
Üm: Das Internet ist verteilter Raum, und beruht auf der Grundlage weltweit verteilter Daten.
DERRICK DE KERCKHOVE
Connectivity is fundamental
Üm: Es ist dezentral und verbindet alle Teilnehmer in Zweiwegkommunikation…
ROY ASCOTT
Well of course the internet is distributed mind, that’s the essence, this associated thing…
Üm: Trotz Kommerz, Trash und Vulgarität: Das Internet ist ein Zusammenschluß von Gedanken, Wissen, Intelligenz und Kreativität…
E: …so lange es dem Big Business nicht gelingt, diesem Medium all das auszutreiben, was jenseits der Marketing-Verwertbarkeit liegt.
DERRICK DE KERCKHOVE
Don’t worry. The internet is public space. There is no space limitation. There is enough room next door.
Üm: Es ist ein öffentlicher Raum von unbegrenzbarer Größe. Solange der Zugang zum Netz offen bleibt, für jeden Sender, jeden Empfänger, jeden Teilnehmer, gibt es genug Raum für Kunst und Kultur.
DERRICK DE KERCKHOVE
You want to protect yourself against commercialization? – Make more art!
DIETER DANIELS
Und dieser Gedanke einer Interaktivität (beruht) auch auf einer Sinnfindung dieser Technologien. Nicht : jetzt haben wir die Geräte, jetzt müssen wir was Tolles damit machen. Sondern wirklich im Sinne einer richtungsweisenden Entwicklung, und dem Versuch, was diese Technologien als Potential haben, zu einer Entfaltung zu bringen.
E: Entweder: Die Nutzer interagieren konform innerhalb der von der Industrie vorgegebenen Optionen, Muster und Standards. Oder: Das System ist offen und bietet dem User die Erfahrung, an einem individuellen, schöpferischen Prozeß teilzuhaben, der gleichzeitig auch sozial vernetzenden sein kann.
B: Kontrolle versus Öffnung.
DIETER DANIELS
Da gibt es diese zwei Optionen Und da steht dann Position gegen Position, welche Rolle die Technologie im gesellschaftlichen Feld spielen soll.
(Leitmotiv)
