Unterhaltungen im Internet
HörSpiel als Interaktion
von Sabine Breitsameter
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ÜM: Das Internet erscheint heute als ein visuelles Medium, weil es ein kommerziell getriebenes Medium ist. In diesem Sinne versucht man auch seine Interaktivität voranzutreiben. E-Commerce wäre ohne die immer perfekteren Interaktionsmöglichkeiten des Web undenkbar. Aber das Internet besteht nicht nur aus der Übertragungs- und Darstellungs-technologie des World Wide Web. Das Netz ist im Grunde genommen eine Pipeline, durch die man jegliche Art von Daten schicken kann, nicht nur visuelle. Deshalb ist es ein hoch-interessantes Medium zum Austausch von Klang.
(Network-Oscillator) http://www.sensorband.com/audio.html
E: Seit Jahren führt Atau Tanaka mit den Mitgliedern seiner Gruppe “Sensorband” akustische Internet-Performances durch. Zum Beispiel “Network Oscillator”. Die beteiligten Künstler befinden sich dabei meist an weit voneinander entfernten Orten, verbunden durch eine Datenleitung. Einer von ihnen beginnt damit, durch die aufgebaute Verbindung einen Sinuston zu schicken, die anderen schicken dann ihrerseits einen beliebigen Sinuston auf die Reise durchs Netz, und so wird die ursprünglichen Schwingung moduliert.
B: Stell dir ein Seil vor: jemand versetzt es an einem Ende in eine bestimmte Schwingung, jemand am anderen Ende bringt es ebenfalls in regelmäßige Bewegung. Was entsteht sind Verstärkungen, Auslöschungen, Schwebungen, Interferenzen. Ähnliches passiert in der Internet-Leitung, die Kette der schwingenden Elektronen vergleichbar dem bewegten Seil.
E: Dabei entstehen überraschende Klangschichtungen, Geräuschfarben und rhythmische Strukturen, die sich verselbständigen können. Um das Stück weiter voranzutreiben, braucht nur einer der Beteiligten die Frequenz zu ändern, und die neuen Überlagerungen führen zu anderen Klängen.
B: Interaktion: Wechselbeziehung. – Besonders die Kommunikation zwischen den Individuen einer Gruppe.
(Network Oscillator klingt aus)
DIETER DANIELS
Es muß eine Art input geben , und dadurch muß sich der output verändern. Das wäre die Grundbasis,
Zit: Dieter Daniels, Kunsthistoriker, Leipzig.
DIETER DANIELS
egal ob ich dann einem Menschen gegenüber stehe oder es mit einer Form von Medienapparat tue, mich mit dem Gerät auseinandersetze.
ROY ASCOTT
Interactive systems, interactive media suggests the possibility of mutual involvement by …
ÜM: Interaktive Systeme, interaktive Medien geben die Möglichkeit, in Kommunikation zu treten und miteinander eine Beziehung des Austauschs zu unterhalten.
Zit: Roy Ascott, Medienkunst-Forscher, Newport/Großbritannien.
That’s the best way to put it.
RUDOLF FRIELING
….daß das Werk sich durch die Interaktion verändert und dann wieder auf den Besucher neu reagiert,
Zit: Rudolf Frieling, Kunstwissenschaftler, Karlsruhe.
RUDOLF FRIELING
…daß ein Austausch stattfindet. Das wäre die Basis dessen, was unter Interaktion heute zu verstehen ist.
DIANE BERTOLO
As an artist in the past you would present something that wasn’t altered by anybody, and then this idea of interactivity …
Früher war Kunst etwas, was in seiner Substanz von niemandem verändert wurde. Heute heißt es angesichts des Internet oftmals: “Der User hat die Freiheit, er greift ein, und dann wird die Kunst völlig anders”.
DIANE BERTOLO
And a lot of artists talk about this grand thing ….
Zit: Diane Bertolo, Multimedia-Künstlerin, New York.
