Unterhaltungen im Internet
HörSpiel als Interaktion
von Sabine Breitsameter
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ATAU TANAKA
With technology we often had this kind of naive hope, that it would allow everyone to be an artist.
ÜM: Die moderne Technologie gab uns die naive Hoffung, jeder könne nun ein Künstler sein. Viele denken: Mit dem Computer läßt sich per Mausklick komplexe akustische Kunst herstellen. Das mag sogar stimmen, aber es verändert das Publikum nicht.
ATAU TANAKA
What we have seen is…
ÜM: Selbst wenn die Hörer alle kreativen Möglichkeiten haben, werden sie die nicht unbedingt nutzen.
RUDOLF FRIELING
… Um sich nicht selber zu riskieren. Das ist auch immer eine Art von coming out aus dem geschützten Bereich des Publikums.
ATAU TANAKA
Maybe they are just happy to listen, to receive…
ÜM: Vielleicht sind viele Leute zufrieden, wenn sie einfach nur zuhören können.
E: Aber auch, um mitzuvollziehen, was vielleicht erst dann zu verstehen ist, wenn es sich vollständig, ohne Eingriff und Unterbrechung, darstellen konnte.
ATAU TANAKA
If we force the audience to interact
Wenn wir das Publikum zwingen wollen zu agieren, zu interagieren, passiert vielleicht gar nichts.
ATAU TANAKA
In fact there are many possibilites for interacitivty, sometimes too many in…
ÜM: Die digitalen Netzwerktechnologien bieten viele Möglichkeiten für akustische Interaktion, manchmal zu viele. Wenn die Möglichkeiten des Eingreifens für die Hörer zu komplex werden, dann kann es passieren, daß sie ratlos bleiben und keinen Zugang finden.
E: Wer sich aktiv oder interaktiv in ein akustisches Geschehen einmischt, ohne es sich gleichzeitig verstehend anzueignen, riskiert, das Angebot des Künstlers zu trivialisieren. Dann nämlich, wenn der Teilnehmer mit der Ästhetik des Künstlers nicht schritthalten kann oder will. Sein oberflächliches Agieren löst dann allenfalls Belanglosigkeiten aus, weil es nicht zum Kern der ästhetischen Situation vordringt. – Dann droht die Interaktion zum Selbstzweck zu werden, zum bloßen Konsum.
(Constellations) http://www.sensorband.com/atau/constellations/program.html
ATAU TANAKA
So for “Constellations” I intentionally kept it rather simple. The user simply… ÜM: Deshalb habe ich das Konzept meiner Internet-Klanginstallation “Constellations”
ziemlich einfach gehalten:
E: Eine Galerie. Darin fünf Bildschirme. Darauf jeweils ein schwarzer Raum, in dessen Tiefe bunte Kugeln schweben.
B: Beweg die Maus und gleite so in das Universum hinein.
E: Die Kugeln treiben auf den Betrachter zu.
B: Klick’ auf einen Planeten und setze einen Audiostream in Gang. Indem du weitere Planeten ansteuerst, kannst du parallel dazu Geräusche auslösen, die dann gleichzeitig erklingen. – Die einzelnen Klangdateien liegen auf Servern weltweit verteilt.
(Constellations)
E: Die bunten Kugeln kommen näher und ziehen vorbei. Sie verschwinden und verstummen. Dann schwirren andere in den Raum hinein, und auch sie kann man zum Klingen bringen.
