Unterhaltungen im Internet

HörSpiel als Interaktion

von Sabine Breitsameter

Seite 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15

E: Sie sind Erweiterungen.

B: Sie läßt dir mitteilen: Ich bin eine Gefangene meiner Perspektive.

DIANE BERTOLO
It will find words which it understands and responds accordingly

ÜW: Der User tippt Sätze ein. Anhand der Worte, die das System versteht, knüpft es Verbindungen zu einer Datenbank, logische und nicht-logische. Und wenn es dabei Schwierigkeiten hat, sucht es seine Antworten aus einer weiteren Datenbank heraus, die im Laufe der Zeit aus den Eingaben der Besucher dieser Webseite entstanden ist. – Das hält den Dialog in Gang, auch über längere Zeit, und macht diese Web- Installation ausgesprochen interaktiv.

RUDOLF FRIELING
…weil sie offen ist, weil sie nie vorhersagen kann, wie die Maschine antwortet. Natürlich kann ich in vielen Arbeiten entscheiden, ob ich dieses oder jenes Feld aufrufe. Aber ich kann immer nur aufrufen. Insofern bleibt es dann eine Art reaktives System . Aber es ist ein qualitativer Sprung, wenn ein lernfähiges vorhanden ist.

E: Kunst als Kommunikationsarchitektur. Kunst als Datenprozession von Input und Output. Der Künstler als Moderator, dessen Strategien die Verarbeitung der Eingaben auf den beabsichtigten Sinn hin steuern. Was aber unterscheidet innerhalb dieses Rahmens die ökonomische Interaktion von der künstlerischen?

DIETER DANIELS
Das Ziel, um was es geht, ist ja ziemlich genau vorgeschrieben: es geht um die Quote. Es geht darum, bestimmte Leute in bestimmte Verhaltensweisen zu zwängen, die scheinbar freiwillig und offen sind, aber ganz klar ökonomische Zielsetzungen verfolgen und damit letztendlich einen industriellen Prozeß im Entertainmentbereich darstellen. – Das gleiche gilt für die verschiedensten Interaktionsformen, die uns im Bereich von Computerspiel und populären Internet-Spaßangeboten gemacht werden. Und da würde ich immer noch eines der Privilegien der Kunst sehen, was Kant ganz klassisch einmal das “interesselose
Wohlgefallen” genannt hat. Und ich glaube, daß das bis in die neuesten technologischen Verästelungen hinein Gültigkeit behält.

Zit: Es sind dies die drei Tugenden in der Kunst des Gesprächs: Erstens: Freundlichkeit,

B: als Mittleres zwischen Schmeichelei und Widerspruch.

Zit: Zweitens: Aufrichtigkeit,

B: als Mittleres zwischen Ironie und Prahlerei, zwischen Lockung und Überredung.

Zit: Drittens: Heiterkeit,

B: als Mittleres zwischen Possenreißerei und Langweilertum.

Zit: Aristoteles, um 350 vor Christus.

DIETER DANIELS
Der Begriff der Unterhaltung ist ja eigentlich einer, der auch nur Interaktion besagt. Aber wenn wir heute von Unterhaltung sprechen, dann meinen wir eigentlich Berieselung. Und dieser Aspekt, daß sich jemand mit jemand anderem unterhält, ist ja bei dem Begriff von Unterhaltung, den wir heute haben, völlig weg. Und er hat Platz gemacht einer industriellen Verbreitung von Unterhaltungsware. – Vielleicht wäre es ein Zurückführen von Unterhaltung auf ihren ursprünglichen Sinn, was man als Ziel von Öffnung interaktiver Strukturen im Netz sehen könnte.

(Leitmotiv)

A: A Alpha
Z Ausgang
Input-Output
Austausch Antwort
Access
Zugang

B: … zum ästhetischen Potential der Netzwerk-Technologien und der Möglichkeit, zum tätigen, gestaltenden künstlerischen Subjekt zu werden.

(Leitmotiv)

Seite 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15

Suche:
viagraviagraviagraatlantic drugs