Radio-Wandel
Die Mobilisierung des Hörens
von Sabine Breitsameter
Seite 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26
E: Audio on Demand: Klänge, die im Internet auf Abruf zur Verfügung stehen. Die man sich unabhängig von einem vorgegebenen Programmverlauf, dann, wenn man Zeit und Muße hat, auf den Rechner laden kann: Seit der sogenannten mp3-Revolution Ende der 90er Jahre, durch welche die Qualität von Klang im Netz entscheidend verbessert wurde, ist die Zahl von Datenbanken, die etwa Audiokunst, Hörspiel oder elektroakustische Musik anbieten, ins Astronomische gestiegen.
Haderlein S. 22 Eigentlich hat nur dieses Quäntchen gefehlt, diese Abonnierfunktion, dieses Abonnement, in einem RSS-Feed, was das Ganze wirklich dann auch realisierbar macht.
A: … und aus Audiodateien zum Runterladen Podcast-Episoden macht.
E: Die Möglichkeit, Audio im Netz zu veröffentlichen, dort quasi als Sender aufzutreten, hat die medienpolitische Diskussion seit Ende der 90er Jahre sehr belebt. Die Forderung von Künstlern nach eigenen Audiokunst-Sendern on air, in denen sie jenseits gängiger Radioprogramme avancierte Kunst produzieren und präsentieren können, wurzelt im Webcasting und der Erfahrung, dabei als Sender autonom sein zu können. Die Möglichkeit, ein Radio zu machen, das aus der Mitte einer Community heraus entsteht, egal ob aus einer orts- oder themenbezogenen oder eine künstlerischen Gemeinschaft, ist in Deutschland, insbesondere reallisiert durch Veranstaltungsradios wie das deutsch-polnische „Radio_Copernicus“ oder den Sender „Dresdener Postplatz“, zu einem medien- und kulturpolitischen Modell geworden geworden, das immer häufiger in Erscheinung tritt.
(Leitmotiv)
Niehus S. 8b
So wie wir früher in der elektronischen Musik gezwungen waren, an der Universität in das große Studio für elektronische Musik zu gehen und dort die Produktionsmittel zu nutzen, so sind wir ja heute in der Lage, das alles mit dem Laptop auf dem Schreibtisch zu machen, mehr oder weniger alles.
ZA: Frank Niehusmann, Komponist, Audiokünstler und Podcaster.
Niehus S. 8b
Der gleiche Demokratisierungsprozess findet jetzt auf der Distributionsebene statt, und ja, es ist ein Demokratisierungsprozess, Können kann jetzt jeder, und jetzt stehen die Dinge zur allgemeinen Betrachtung, Besichtigung, Beobachtung frei, nebeneinander, und da muss sich einfach zeigen, welchen Geschmack hast Du als Hörer und welche Einzigartigkeit bewerkstellige ich als Komponist, und so müssen wir uns finden.
(Leitmotiv)
Haderlein 3
Zum ersten Mal bin ich auf den Namen Pod gestoßen, das war ein Film von einem kanadischen Regisseur, der heißt David Cronenberg. (..) Und dort, in seinem Film „eXistenZ“ gab es diesen Pod.
A: Walkman, Transistorradio, Wachszylinder, und schließlich das legendäre chinesische Kästchen: Sie alle werden seit Beginn des neuen Jahrhunderts komplett ausgestochen durch ein schwarzes, weißes oder buntes zierliches Plastikteil, das, modisch gestylt, seinen Benutzer aufwertet und ihn gleichzeitig mit Klängen versorgt.
Haderlein 4 Und dieser Pod (.) das war der Joystick, etwas Organisches, was (.) über diese berühmte Öffnung, die im Film (.) dargestellt wurde, mit dem Rückenmark des jeweils Spielenden verbunden war. Und man hat sich dort in die reale Virtualität sozusagen hinein gegriffen mittels dieses Pods, na ja…
A: Pod: P-o-d: Steht das für Portable Audio Device?
Haderlein 5b
…Audio, genaund Audio device. Ja, das ist… LACHT.
A: Oder: Program on Demand – Programm auf Abruf?
Seite 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26
