Radio-Wandel

Die Mobilisierung des Hörens

von Sabine Breitsameter

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(Auszug aus Audio Art Magazine)

A: „Audio Art Magazine“ nannte der Londoner Künstler und Publizist Michael John seine Kassetten-Edition, die er von 1978 an monatlich in die Welt hinaus sandte, an Abonnenten, interessiert an aktuellster akustischer Kunst. In jeder Kassettenausgabe stellte John Künstler vor, spielte ihre Produktionen, ließ sie sowie Kuratoren, Kritiker, Ausstellungsbesucher in Interviews zu Wort kommen und vermittelte so diese ungewöhnliche und wenig bekannte Kunst als lebendiges, dynamisches Szenario.

E: Wie viel Zeit und Mühe er dafür aufwenden mußte, jeden Monat die Kassetten nicht nur in guter Qualität zu produzieren, sondern Hunderte davon zu kopieren, einzutüten und zur Post zu bringen, wagt man sich heute kaum vorzustellen. Und was mag das wohl gekostet haben?

O: (Haderleins 1. Podshow) „Hallo, da draußen!“ (Haderlein Podcast bleibt liegen).

E: Andreas Haderlein, Jahrgang 1972, ist Kulturwissenschaftler und Journalist, Er beschäftigt sich seit einigen Jahren mit den Themen Neue Hörkultur, Internet als Hörraum und Neue Medien. Im Mai 2005 begann er in unregelmäßigen Abständen kleine radio-ähnliche Sendungen zu seinen Themen zu produzieren. Er verteilt sie übers Internet als Podcast:

A: Mit ein paar Mausklicks können ausgewählte Audiodateien mit einigen wenigen Mausklicks vom Internet auf den Rechner und vom Rechner auf ein weißes, schwarzes oder buntes Kästchen geladen werden. Dieses speichert die Audiodateien, die man sich per Kopfhörer oder auch angeschlossen an eine Stereo-Anlage, anhören kann.

E: „Hybridsuite“, ist der etwas kryptische Titel von Andreas Haderleins abrufbarem Programm. Darin geht es um aktuelle inhaltliche und medienpraktische Entwicklungen im Bereich Audiomedien, um neue Diskursbeiträge zum Thema Hören und um die gelegentliche Präsentation eigener Musikstücke.

(O-Ton Podshow hoch)

A: Haderlein ist kein berühmter Medientheoretiker, kein preisgekrönter Radiomacher, und auch seine Musik, die er in den Podcasts vorstellt, hat keinen nennenswerten Bekanntheitsgrad. Mag sein, dass seine Moderationen nicht ganz so formvollendet klingen wie diejenigen seiner etablierten Kulturradiokollegen. Aber er kennt sich mit den Themen, die er in seinen Podcasts behandelt, gut aus, beschreibt lebendig die neuesten Entwicklungen und schildert sie kenntnisreich auf persönliche Weise. Für    mehrere hundert Interessierte weltweit Grund genug, seinen Podcast zu abonnieren.

(O-Ton hoch und endet)

ZA: Wer einen Podcast abonniert, tippt einfach dessen Webadresse in die „Podcatcher“- Software seines Rechners ein, beispielsweise in iTunes. Dabei bleibt man völlig anonym.

Haderlein 7
Podcast ist in der Tat ein sehr junges Phänomen, technologisch gesehen, obwohl die technologische Revolution, die dahinter liegt, gar nicht so großartig ist.

E: Abonnierbare Webseiten sind längst von den sogenannten Blogs bekannt. Weblogs oder Blogs erlauben ihren Teilnehmer ein Thema auf einer eigens dafür eingerichteten Webseite zu kommentieren, in aller Regel schriftlich, und so der Szene, der Community, der Öffentlichkeit im Netz seine Themen, Gedanken und Meinungen darzulegen.

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