Radio-Wandel
Die Mobilisierung des Hörens
von Sabine Breitsameter
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Niehus S. 11 ab
Die GEMA versteht unter Podcast etwas ganz anderes als ich. Eine Radiosendung. Also: „Wir machen eine Radiosendung: Erstens, wir müssen dabei reden. Zweitens, wir spielen dabei gelegentlich immer mal wieder irgendwelche Musik.“
A: …und die bitte nicht länger als 30 Sekunden insgesamt, und eingebettet in Text. Dann kommt man mit einer halbjährlichen Pauschale von 70 Euro davon. Hält man die Konditionen nicht ein, wird es teuer.
Niehus, S. 11 c
Ja, aber dann stellt die GEMA sich aber vor, wir spielen die Rolling Stones, und ein bisschen Madonna (.), wo es ganz viele komplexe Produktions-, Distributions- und Kompositionsrechte dran gibt. Ist bei mir ja ganz anders. Ich stelle ein eigenes Werk, an dem es keine weiteren Rechte gibt, nur meine eigenen Rechte, stelle ich selber, und zwar ausschließlich, ohne dazwischen zu reden, in voller Länge regelmäßig ins Netz. Das kennt die GEMA noch gar nicht, das kann die sich gar nicht vorstellen.
(GEMA nach Hause)
Schmidt 8
Wir haben ja iG. immer die Ausnahmesituation wir sind vorfinanziert und sind Treuhänder der Gebühren der Rundfunkteilnehmer, ja. (.) Wir sind (.) dann gefragt, wenn es darum geht, z.B. im Bereich der Verwertung, wie teilt man sich die Rechte angemessen. (Schmidt 5) Weil die Verlage nat auch davon leben, dass sie selber auch diese Rechte in neuen Medien ausüben. (Schmidt
Die frühere Teilung war: Senderrecht hier, Verwertung dort, und wie kommt man jetzt zu neuen Vereinbarungen, wie man sich Rechte angemessen teilt.
(GEMA nach Hause)
Haderlein 30
Also das, was ich jetzt sage, ist keine Gewähr für irgendwelche Freischüsse. Aber Podsafe-Music ist Musik, die nicht bei der GEMA gemeldet ist. Sie ist frei zugängliche Musik. Und unter dem Creative Commons-Label (.) kann man im Internet einsehen, dass Du meine Musik spielen kannst, wenn Du mich erwähnst, wenn Du vielleicht noch einen Link auf meine Seite stellst.
E: „Some rights reserved“ – einige, nicht alle, Rechte vorbehalten lautet der Slogan der Creative Commons. Seit Anfang des Jahrzehnts versucht die Creative Commons-Bewegung für Klarheit zu sorgen, wie Text-, Sound- und Bildinhalten, die im Internet veröffentlich sind, insbesondere von Einzelpersonen oder Non-Profit-Organisationen, weiterverwendet werden dürfen. Das System, das von Lawrence Lessig, einem Professor der Stanford Law School, entwickelt und propagiert wurde und sich derzeit, als Bewegung innerhalb der kreativen Non-Profit-Szene, weltweit etabliert, ist modular aufgebaut und für den juristischen Laien einfach anzuwenden.
Pritlove 16
So Lizenzsysteme wie die Creative Commons bieten zumindest so`n Werkzeugkasten mit dem man explizit sagt, das, was ich produziere, das ist zu einem bestimmten Maße frei. Und d.h., ihr braucht euch nicht direkt an mich zu wenden, ihr könnt meine Inhalte erst mal nehmen und verwerten.
E: Creative Commons, lässt sich in etwa als „schöpferisches Allgemeingut“ übersetzen. Durch diese juristische Systematik soll eine Kultur des Austauschs und der Weiterverarbeitung von Inhalten im Internet international einheitlich ermöglicht und gefördert werden, gleichzeitig aber den individuellen Wünschen der Urheber Rechnung tragen. Ohne großen Aufwand.
Pritlove 16
Das, was sich bisher abzeichnet, bewerte ich sehr positiv (.) . Aber wenn wir uns einfach nur auf das Geld stützen und wenn es einfach nur so gilt, dass derjenige der am meisten (.) juristische Kraft hat sich durchsetzt, dann wird es einfach eine kulturarme Landschaft werden, und das kann nicht gut werden.
E: Ein Podcast, versehen mit dem Hinweis auf eine Creative Commons-Lizenz, macht dem User sofort klar, in welcher Weise, in welchem Kontext und in welchem Umfang der jeweilige Urheber eine Kopie oder Weiterverarbeitung
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