Radio-Wandel
Die Mobilisierung des Hörens
von Sabine Breitsameter
Seite 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26
Noble 9d
That amplification process
ZF: Verstärkung.
A: Die Amplitude wird größer, der Klang wird weithin hörbar. Aber auch: Eine Meinung, eine Haltung, ein Thema geht auf immer mehr Menschen über und gewinnt gesellschaftlich an Gewicht und Durchsetzungskraft.
(Leitmotiv)
Niehus S. 10a
Das ist eine dieser wunderbaren Ideen von vor-vor-vorgestern, dass man sein Werk gegen irgendeine Benutzung, irgendeinen Remix oder irgendwas schützen kann.
Noble 9d
It’s not about singularity of authorship, it is about multiplicity of authorship
ÜN: Verstärkung findet dort statt, wo viele Autoren etwas zu einem Diskurs beitragen. Sie eignen sich einen Gedanken an, formen ihn um, tragen ihn weiter. Das Netz unterstützt mit seinen technischen Funktionen die Möglichkeit, dass mehrere Autoren gleichzeitig an der selben Sache arbeiten. Wenn ein einzelner sagt: Ich habe dieses und jenes herausgefunden, ist das nicht dasselbe, als wenn man sagen kann: Jemand hat etwas öffentlich geäußert – viele machen es sich zu eigen. Oder: Viele haben dieses oder jenes geäußert und noch sehr viel mehr stimmen zu. – In meinem „looplog“ sollen diese Vorgänge sichtbar werden. Es soll darin klar werden, wann und auf welche Weise Meinungen, Erkenntnisse, Derivate vielstimmig erarbeitet und verfasst wurden, und wie es kommt, dass sie dann plötzlich den Diskurs bestimmen.
(Leitmotiv)
Schmidt 7c
Natürlich hat sich vieles verändert, eine Kopie ist heute nicht mehr das, was früher eine Kopie war, und genau darum geht es.
ZF: Heidi Schmidt, Leiterin der Hauptabteilung Neue Medien beim Südwestrundfunk und ARD-Online-Koordinatorin.
A: Was sich Abertausende Menschen als Podcast herunterladen können, was per „drag and drop“ auf mobilen schwarzen, roten, bunten Kästchen wandert, landauf, landab, was geschnitten, gemischt, gefiltert, getauscht werden, was bearbeitet und neu gemischt wieder auf einer Internet-Plattform landen kann, erneut unendlich oft kopierbar – das ist nicht mehr das selbe wie zu analogen Zeiten der zeitaufwändige Umschnitt eines Tonbands auf Hörkassette, deren Eintüten, Frankieren und zur Post bringen.
E: Der digitalen Kopie beim Podcasting, entspricht ein völlig entgrenzter Raum der Nutzung. Auch beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk sind die rechtlichen Bedingungen dafür ausgesprochen strikt und nicht einfach zu handhaben.
Schmidt 4
Es ist vor allem auch eine Aufgabe der Redakteure, quasi ab Planung mit zu bedenken, ob sie in dieses Medium hereinwollen oder nicht. Denn wenn sie gleich schon als Ansatz haben, (..) ich will meine Sendung als Podcast anbieten, dann heißt das dass die entsprechenden Rechte zu erwerben sind bzw. dass man auf best. Inhalte, für die man diese Rechte nicht erwerben kann, verzichten muss. Das hat also Auswirkungen auf das redaktionelle Produkt an sich. Man muss anders produzieren für Podcast. (..) Arbeite ich in der Aktualität, so verfügen wir fast immer über die notwendigen Rechte. Bewege ich mich sehr stark in den künstlerischen Bereich, wird es fast unmöglich.
E: Mit rechtefreien Bühnenklassikern hat das SWR-Hörspiel im März 2007 den Anfang zu einem eigenen Podcast-Angebot gemacht. Musiken, Literaturzitate, Schauspielerstimmen: Dort, wo Rechte berührt werden, die Verlage oder Verwertungsgesellschaften wie der GEMA wahrnehmen, wird es schwierig,
Seite 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26
