Radio-Wandel
Die Mobilisierung des Hörens
von Sabine Breitsameter
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Nieh S. 9 a
Also das Medium Podcast zu benutzen für zeitgenössisches Komponieren kann keine exklusive Wahl sein. (.) Ich trete auf, meine CDs werden in bedeutenden Fachzeitschriften rezensiert, ich werde eingeladen, irgendwo einen Vortrag zu halten…dass wir jetzt zusätzlich zu den vielen Möglichkeiten, auch noch diese neue Struktur Podcast haben, ist nur ein Zugewinn an Publikationsmöglichkeit.
ZA: Frank Niehusmann, Komponist und Audiokünstler, Jahrgang 1955, lebt und arbeitet in Velbert bei Münster.
(Leitmotiv)
ZM: Kategorie 6
ZF: Cycles
A: Zyklen, Gewohnheiten, Lebensroutine.
Noble 8
And after feedback you have cycles.
ÜN: Zyklen: diese Kategorie kommt ins Spiel wenn aus der öffentlichen Beschäftigung mit dem gesetzten Thema ersichtlich wird, daß es in den Alltag einsickert, sich ins Leben integriert. Wenn klar wird, daß wir hier nicht nur theoretisieren, sondern daß Prozesse und Resultate gelebt werden.
Niehusmann 1
Also bei mir fing die Geschichte im Mai 2005 an,
E: Frank Niehusmann komponiert mit Originaltönen. Grundlage ist sein eigenes Klang- und Geräuscharchiv, das er über die vergangenen zwei Jahrzehnte aufgebaut hat.
Niehusmann 1
…da kam ich aus Japan zurück und hatte sehr viele Eindrücke im Kopf (.) und hatte die Idee, ich mich mit kleinen Formen beschäftigen.
E: Seine Kompositionen: eine Art Musique Concrète, die in Richtung Ars Acustica tendiert.
Nieh 1
Das Neue und das Kleine haben dann für mich als Komponist, der auf dem Computer arbeitet, zwar sehr schnell zu privaten Ergebnissen (.) gefunden, aber was nun damit machen? Weil a) das war für mich noch nicht wirklich gesichertes Kunstergebnis b) das war sowieso schon mal in den ersten Wochen und Monaten kein abendfüllendes Konzertprogramm. (.) In der Überlegung (.) kam mir dann (.) im Mai 2005 die Podcast-Technologie als was ganz Tolles und relativ Neues entgegen.
(Hörbeispiel Niehusmann)
E: 2. Mai 2005: Frank Niehusmann stellt seine erste Komposition als Podcast zur Verfügung.
Nieh S. 6/7
Also, dass meine Audiofiles mobil werden, das finde ich super, weil ich selber benutze sie auch gerne mobil. Ich höre meine eigenen Sachen auch auf nem MP3- Player oder im Auto oder im ICE oder sonst wie und das finde ich völlig normal, völlig angemessen. Zufällig passt meine Art, diese Musik zu machen, wie ich finde auch genau dazu D.h., dass Musik hören ein mobiler Zustand ist, finde ich sowieso zeitgemäß.
Nieh 1
Ich hab dann zunächst mal mit ein paar Kollegen und meinem Webmaster gesprochen, der junge Mann, der meine Webseite versorgt, und alle wussten gar nichts und hatten nur etwas raunen gehört, und ich dachte mir: Kann nicht sein, bist Du plötzlich so weit vorne?
(Hörbsp.)
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