Radio-Wandel

Die Mobilisierung des Hörens

von Sabine Breitsameter

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King 23
Kurz danach, nachdem ich angefangen habe mit dem Podcast, hab ich mich angemeldet bei einem Webtool, (.) man kann da Webseitenbesucher auswerten, wo die alle herkommen, und dann wird es auf einer Landkarte dargestellt,. Das hat mich total fasziniert. Wie kommt jemand in Japan auf meine Seite oder (.) in Afrika? (.). Auf jeden Fall ist es faszinierend, dass plötzlich die Welt vor der Tür steht, und man kann sein Konzept vorstellen.

(Hörbeispiel)

King 23
Es gibt eine Möglichkeit, auf meiner Seite Kommentare abzugeben und das Lustige ist, diejenigen, die einen Kommentar abgegeben haben, waren entweder Berliner, die im Ausland wohnen, oder Leute, die hier gewohnt haben, und die fanden das einfach so schön, weil die kannten diese Orte, diese Ecken, und die wurden innerhalb von zwei Sekunden durch diesen Klang dorthin transportiert. Die hatten so eine Nostalgie, es war so stark

(Hörbeispiel)

E: Über 2000 Hörer haben sich bisher die Berliner Soundscapes von Yukio Kings Website herunter geladen.

A: Die Rückmeldungen scheinen den jungen Künstler anzuspornen. Durch seine Podcasts hat er begonnen, sich einen Ruf als Soundscape-Künstler aufzubauen. Er selbst ist, wie viele andere auch, zum Sender geworden. Ohne Redakteur, ohne Frequenz, ohne Sendeanstalt.

(Hörbeispiel endet)

E: Web 2.0 lautet das Schlagwort, unter welchem auch das Phänomen Podcasting in der Szene der Internet- Entwickler subsumiert wird. Tim O’Reilly, einer der Vordenker des „World Wide Web“ prägte den Ausdruck 2004 auf einer Konferenz in San Francisco:

ZM: „Die alten Medien haben versucht, das Internet nach ihrem Weltbild zu gestalten.“

A: …indem sie vorwiegend Strukturen abgebildet haben, die sie schon kannten: vor allem die „One-to-Many“-Kommunikation des Rundfunks, der von einem Zentrum aus sendet und von seinen Hörern ohne unmittelbaren Kanal der Rückmeldung entgegengenommen wird.

Z: „Seit Gutenbergs Erfindung der Druckerpresse im ausgehenden Mittelalter hat sich kaum etwas geändert: Es gab wenige, professionelle, Sender und zahllose Empfänger.“

Pritlove 9d
Die junge Generation, ja, für die ist Internet so was Normales wie ne Steckdose oder ein Wasserhahn, und so muss das ja auch sein.

E: Tim Pritlove vom Chaos-Computer-Club. Radiomacher on air, bei Radio Fritz, ORB, und online, auf seiner Website namens „Blinkenlights“.

Pritlove 10b
Da ist auf jeden Fall ganz klar sichtbar (.) ein Bedürfnis nach Mitteilung. (.) Aber vielleicht auch ein Ausleben von Meinungsvielfalt, um sich selbst als Meinungsteilhaber in den Raum zu stellen.: dass man selbst beginnt, eine Diskussion zu eröffnen im Netz, indem man einfach seine eigene Meinung in Worte kleidet und diese Worte dann auch publiziert.

E: „User generated content“: Die Nutzer sollen es sein, die ihre Texte, Bilder Videos und Sounds ins Netz stellen, auf Websites wie Flickr und YouTube etwa, die in den zahllosen Foren Kommentare zu ihren Themen abgeben, die ihr eigenes Wissen für andere aufbereiten, wie beispielsweise in der offenen Enzyklopädie Wikipedia, oder ihre Radiosendungen als Podcasts abrufbar machen. – Gemäß dieser Vision sollen aus bislang entgegennehmenden Konsumenten aktive Macher und Produzenten werden. Millionen Leser, Radiohörer, Zuschauer können und wollen sich ihre Inhalte für sich und ihresgleichen in immer größerem Umfang selbst schaffen und tun bis bereits.

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