AudioHyperSpace
Klangreise zu Hör-Sites im Internet
von Sabine Breitsameter
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Beusch
“Wenn man in diesem vernetzten Feld arbeiten will, dann gehört schon das
Bewußtsein dazu, daß du einen anderen Werkbegriff hast. Daß du nicht mehr in
einem abgeschlossenen Werk denkst, sondern, daß du prozessual orientiert
denkst.”
M: Die Rolle des Internet dabei: ein multipel zu benutzender
Kommunikationskanal, der nicht nur die Gesamtheit der einzelnen
Erzählsplitter und weltweiten Parallelgeschehen akustisch abrufbar macht,
sondern per chat, e-mail und Datenübertragung spontane Rückmeldungen
der Nutzer ermöglicht. – Das klassische Radio in diesem Setting: ein Meta-
Channel, gezielt eingesetzt, um die vielfältigen Klang- und Erzähl-Ströme
kalkuliert zusammenzuführen und die Story neu anzufachen. – Die Geschichte
vom Großem Webcrash ergab schließlich ein Bündel von Hörspielen,
eingebettet in die vielfältigen Zeitgestalten, Darstellungs- und Spielarten der
anderen angeschlossenen Medien.
Kittler
“Und das scheint mir ein schönes Modell zu sein, was Netzradio sein könnte. Nicht
daß einer ein wunderschönes Stück produziert und den anderen das zusendet, so
wie Schallplatten oder CD-Rom, sondern daß viele zusammen so eine Art
Indianerspiel oder dergleichen veranstalten, wenn man das mal auf den Punkt
bringen wollte.”
Zit: “Es ist Aufgabe des Künstlers, ältere Medien in ein neues Licht zu rücken,
damit die neuen beachtet werden können. Zu diesem Zweck muß der
Künstler mit neuen Möglichkeiten der Erlebnisgestaltung spielen und
experimentieren, auch wenn der Großteil seines Publikums lieber den alten
Wahrnehmungsformen verhaftet bleibt.”
(Herbert Marshall Mc Luhan)
Beusch
“Es ist ziemlich klar, daß in einer Zeit, in der sich alle verändern, in der Berufsbilder
sich verändern, natürlich auch unsere Funktion als Künstler sich verändert. Und wir
haben das immer umschrieben mit dem Begriff Datajockey. Es geht darum, einen
umfassenden Prozeß, ein umfassendes Datenmaterial zu handhaben, zu
prozessieren. Und dazu ist dieser Begriff “Datajockey” wesentlich.”
Kittler
“Da müßte man einen kleinen Sprung machen und sich vorstellen, daß Kunst nicht
mehr an diesem Individuum namens Künstler hängt, von dem es traditionellerweise,
seit dem 18. Jahrhundert zumindest, erzeugt worden ist. Kollektive Kunstprodukte
vom Typ der Architektur, wo Massen von Architekten und Ingenieuren heutzutage
beteiligt sind, die werden auch so organisiert.”
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