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Klangreise zu Hör-Sites im Internet
von Sabine Breitsameter
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(Klangbeispiel Horizontal Radio)
M: Als Prototyp für akustische Spielformen im Netz und mit dem Netz kann
“Horizontal Radio” gelten. Das weltweite künstlerische Live-Projekt fand im
Sommer 1995 über einen Zeitraum von 24 Stunden statt. Es verband mehr
als 30 Radiostationen, von Jerusalem über Linz und Berlin bis Australien, 8
Internet-Server, zwei Dutzend Städte, über 200 Künstlerinnen und Künstler in
Hörfunkstudios und Künstler-Ateliers sowie unzählige Besucher der einzelnen
Darbietungen vor Ort. Dies mittels Internet, das zusammengeschaltet war mit
üblicher Radio-Übertragungstechnik.
(Klangbeispiel)
Grundmann
Diese Stationen waren über die unterschiedlichsten Leitungen miteinander
verbunden: Telefon, Satellit, ISDN, Stereoleitungen: was immer sich die
Zuständigen leisten konnten, und es wurde dieses Modell der Knoten, die
gleichberechtigt sind, versucht auf das Medium Radio zu übertragen.
O-Ton: (Horizontal Radio)
“Horizontal Radio is a live event which confronts the possibilities of traditional
performance events …”
Ü: “Horizontal Radio” konfrontiert traditionelle künstlerische Veranstaltungen mit
den Live-Übertragungs-Möglichkeiten der neuen, interaktiven
Kommunikationsnetzwerke. – Dabei geht es nicht darum, einzelne zentrale
Produktionen aufzuführen, sondern autonome Events miteinander zu
vernetzen, in einem telematischen, elektronischen, interaktiven Raum, der
verschiedenen Protagonisten die Möglichkeit gibt, aufeinanderzutreffen.
Grundmann
“…also alle Situationen gegenseitig zu beeinflussen bzw. für alle anderen
Situationen zu öffnen. Eigentlich: ein Stück Kontrolle wurde von jedem Ort
abgegeben an alle anderen, die Daten hereinschicken konnten und die Situation
beeinflußt haben. Und zugleich hat jeder eine Mischung hinausgeschickt oder eine
Komposition in das Netz.”
(Klangbeispiel)
M: Ein Verbund, der über Radiotechnologie und Internet-Verbindung realisiert,
sinnbildhaft ist für das Prinzip eines weltumspannenden, gleichberechtigt -
also horizontal – agierenden Netzwerks. Alle Teilnehmer: alle Sender waren
gleichzeitig auch Empfänger, welche die Klänge anderer Stationen sich nach
Gutdünken aneigneten, zu ihren eigenen hinzumischten und wieder – zur
freien Verfügung der beteiligten Allgemeinheit – ausstrahlten.
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