Radiokompass.net

Von der Voice of Nigeria über den holländischen Kurzwellen-Piraten „Radio Spaceman“ bis hin zum alternativen Berliner Kultursender „reboot.fm“ und der DX-Partyline in Quito/Ecuador: „Radiokompass.net“ bringt die Programme unterschiedlichster Sender aus aller Welt zu Gehör. Wer die hervorragend gepflegte und gut funktionierende Website ausprobiert, stellt fest: Die Radios dieser Welt unterscheiden sich nicht nur in ihren Sprachen, Musiken und Temperamenten voneinander, sondern auch in ihrer grossen Vielfalt der Radiokonzepte.Mit besonderer Liebe widmet sich die Website der Existenz und Geschichte der Piratenradios. So macht die Kategorie „Deutsche Kurzwellenpiraten 2000-2002“ Programmausschnitte von hierzulande aktiven Piratensendern zugänglich im RealAudio-Format.. Der Link „Kölner Politpiraten“ macht mit der politisch motivierten, illegalen Radioszene der achtziger Jahre in Köln bekannt.

Interessant auch die Kategorie „Audio-Logs“ mit aktuellen Programm-Beispielen Zu hören sind etwa Ausschnitte von „Free Radio Santa Cruz“ – einem politischem Aktivisten-Radio aus den USA, das zum zivilen Ungehorsam auffordert und sein Publikum mit Nachrichten und Informationen versorgt, die es aus den etablierten US-amerikanischen Medien nicht erhält. Was für ein Unterschied zum buntgefleckten deutschsprachigen Programm namens „Schatzkästlein“ von Radio Taiwan International oder zu „Radio Joystick“, einem unterhaltsam-überdrehten DJ-Radio aus Mailand.

Von historischem Wert sind die akustischen Materialien, welche die Kategorie „Breaking News“ bieten: All India Radios Nachricht zum tödlichen Attentat auf Indira Gandhi ist dort ebenso zu finden wie ein erster Bericht der Voice of America zu den Geschehnissen des 11. Septembers 2001 oder eine eilig zusammengestellte Sendung des Belgrader Auslandsdienstes zur Ermordung des serbischen Ministerpräsidenten Zoran Djindjic 12. März 2003.

Radiokompass.net ist ein Eldorado für Radioliebhaber, die sich nicht nur auf der inhaltlichen Ebene mit der Radiovielfalt beschäftigen wollen, sondern mit der Mannigfaltigkeit ihrer klanglich-ästhetischen Erscheinung.

verfasst im März 2004 unter Audiolinks des Monats

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